Der Name Château La Gaffelière steht seit 1705 für die 10 Generationen der Familie Malet Roquefort. Diese gilt mit ihrer außergewöhnlichen Historie als eine der ältesten, noch aktiven Winzerfamilien in Saint-Émilion. Denn ihre Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück.
1969 wurden auf ihrem Gelände die Reste der gallo-römischen „Villa du Palat“ aus dem 4. Jahrhundert gefunden. Der Landsitz eines wohlhabenden Honoratioren war reichhaltig verziert und architektonisch ausgestattet. Ein Mosaikteppich mit zwei ineinander verschlungenen Weinstöcken belegte, dass es dort damals bereits ein Weingut gab.
1959 übernahm Leo de Malet Roquefort in 9.Generation von seinem Vater die Leitung des Château La Gaffelière. 2011 unterstützte ihn der Sohn Alexandre, der heute mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume den Besitz leitet.
Mit seinem außergewöhnlichen Terroir liegt Château La Gaffelière im „goldenen Dreieck“ der Appellation zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone. Eingestuft als Premier Grand Cru Classé B teilt sich das Terroir in drei Zonen: Kalksteinplateau, Kalk-Ton-Hänge und am Hangfuß Kiesel- und sandhaltige Böden. Diese Kombination lässt in den Weinen eine große Komplexität entstehen. Besonders die kalkhaltigen Böden sorgen für Frische, Präzision und eine ausgeprägte Mineralität. Die Südausrichtung der Weinberge gewährleistet gleichzeitig optimale Reife der Trauben.
Die Rebfläche in den o.g. drei unterschiedlichen Lagen ist mit 75 % Merlot und 25 % Cabernet Franc bepflanzt. 22 Hektar Reben stehen dem Grand Vin Château La Gaffelière zur Verfügung. Der Zweitwein „Clos La Gaffelière“ wird aus 20 Hektar produziert. Von etwas mehr als 5 Hektar erntet man den Drittwein „Dame Gaffeliére“ sowie eine kleine Parzelle Chardonnay. Die Grand Crus reifen in Barriques zwischen 14 und 16 Monaten.
Château La Gaffelière „verfolgt einen Weinbau, bei dem Agrarökologie und Agroforstwirtschaft als innovative Leuchttürme fungieren“(Château). Diese nachhaltige Anbaumethode lässt sich von der Natur inspirieren. So wird gleichzeitig die Identität des Terroirs bewahrt. Einen Beitrag zur funktionellen Biodiversität und dem Gleichgewicht des Ökosystems leistete La Gaffelière mit der Pflanzung von 2.000 Bäumen, zahlreichen Hecken und der Aufstellung von drei Bienenstöcken. So erhielt man die Zertifizierung der höchsten Stufe 3 „Haute Valeur Environnementale“.
Château La Gaffelière steht für einen eher klassischen Saint-Émilion-Stil. Damit unterscheidet man sich von manchen sehr kraftvollen oder opulenten Nachbarn. Mit den typische Merkmalen von Eleganz, ausgeprägter Frische, Mineralität und feinkörnigem Tannin hat man sich einen Platz in der Spitzengruppe von Saint-Émilion erarbeitet.
Für viele Kenner ist La Gaffelière derzeit eines der besten Preis-Genuss-Verhältnisse unter den Premier Grand Cru Classé B-Gütern von Saint-Émilion.
Einer der Gründe für diese herausragenden Leistungen ist das sorgfältige Know-how der Männer und Frauen, die auf La Gaffelière arbeiten. Im Laufe der Jahreszeiten bringen sie „als wahre Handwerker ihre Techniken und ihr Wissen über das Terroir“ (Château) mit ein. Ihre präzisen und feinfühligen Handgriffe werden geschätzt vom Anbau der Reben bis hin zur Assemblage des Jahrgangs.
Rebsorten: 60 % Merlot, 40 % Cabernet Franc, perfekt gelagert und gereift seit Kauf en primeur ab Château, zu genießen bis nach 2050, Füllstand hf high fill
Im Jahrgang 2020 folgten auf den sehr heißen und trockenen Sommerbeginn mildere Temperaturen im August. Der September bot dann herrliche Bedingungen: warme, sonnige Tage mit kühlen Nächten. Diese Kombination ermöglichte eine langsame Reifung, wodurch die Trauben reichhaltig und aromatisch wurden. Herrliches Wetter zum Saisonende bescherte so Château La Gaffelière einen außergewöhnlichen Jahrgang:
Der Wein zeigt enorme Frische, Tiefe und ausgeprägte Kalksteinmineralität. Von vielen Kritikern wird 2020 als einer der besten La-Gaffelière-Jahrgänge überhaupt angesehen.
The Wine Independent 98
Bettane & Desseauve 98
James Suckling 97
Wine Enthusiast 96
Robert Parker 95
Wine Spectator 95
Falstaff 94-96
verkostet Juni 2026:
2020 Château La Gaffelière mit dichtem dunklem Purpurrot, Aromen frischer Cassisfrucht, rote Beeren, Minze. Im Mund kommt frischer, saftiger Fruchtgeschmack an. Komplex wirkt die Struktur im Mund, viel Volumen zeigt sich am Gaumen. Der Nachhall ist geprägt von purer Eleganz. Gegenüber der Probe in 2022 zeigt La Gaffelière jetzt schon, dass seine Zukunft in Frische und Eleganz punkten wird.
Vinum 18,5/20
Zurückhaltend, aber betont reintönig und fruchtig; schlanker Auftakt, seidige, elegante Entwicklung, grosse Länge über Tannin von mineralischer Frische; die ganz grosse Klasse in diesem Jahr und einer der Weine, die man nachkaufen Sollte.
Wurde verkostet in Bordeaux Extra: Arrivage 2020 (7-8 | 2023) INT
Falstaff 94 - 96
Tasting vom 28.05.2021: Peter Moser
Wildpflaume im Duft, Schokolade, intensiv kräutrig, Kräuterbitter, etwas Wachs. Schwarzer Pfeffer. Auch floral: Iris. Ein stattlicher Bau am Gaumen. Körnig, fleischig, ausgesprochen gut extrahiert, reiche Materie, eine Prise Grüntöne erhöht die Spannung, ohne die Harmonie zu stören, gut integrierter Alkohol, mazerationsfruchtiger, tabakiger Nachall. Ein ziemlicher Klotz, aber mit einer Aromenbegleitung guter Frische – und mit sehr guter Perspektive.
88,00 €
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