Château de Sales zählt zu den renommierten Erzeugern des rechten Gironde-Ufers. Seine Weine wirken oft unterschätzt, denn sie besitzen klassischen Pomerol-Charakter zu bestem Preis-Genuss-Verhältnis.
In Familienbesitz steht Château de Sales bereits seit dem 16. Jahrhundert. 2017 hatte Bruno de Lambert nach 35 Jahren Verantwortung die Leitung an eine Erbengemeinschaft weitergegeben. Diese setzte Marine Treppoz als Präsidentin ein, die seitdem das Château verwaltet, welches unter Denkmalschutz steht. So hat de Sales nicht nur die längste Historie in Pomerol, sondern ist auch mit 47 Hektar Rebfläche das größte Château in dieser Appellation.
Die Böden aus Kies und warmem Sand gründen auf eisenhaltigen Unterlagen („crasse de fer“), was typisch für Pomerol ist. Mit den Rebsorten von 73 % Merlot, 15 % Cabernet Sauvignon und 12 % Cabernet Franc ist de Sales Cabernet-Anteil für Pomerol relativ hoch. So wirken die Weine oft strukturierter und etwas klassischer als Pomerols mit deutlich höherem Merlot-Anteil.
Château de Sales' Stilistik ist traditionell elegant und eher fein strukturiert. In den Weinen kommen je nach Jahrgang rote und schwarze Kirschfrucht, Pflaume und Vanille- und Gewürznoten vor. Es dominieren seidige Tannine, Frische und Balance statt opulenter Struktur. Der Ausbau der Weine geschieht 12 Monate in Barriques bei Verwendung von 15-20 % neuem Eichenholz. So bleibt der Holzeinsatz moderat und damit die traditionelle Typizität.
Rebsorten: 79 % Merlot, 14 % Cabernet Sauvignon, 7 % Cabernet Franc, perfekt gelagert und gereift seit Kauf en primeur ab Château, zu genießen bis nach 2043, Füllstand hf high fill
James Suckling 93-94
Wine Enthusiast 93
Jeb Dunnuck 91-93
Decanter 92
Verkostet Oktober 2023:
2020 Château de Sales zeigt dichtes, leuchtendes Purpur. In der Nase schwarze Brombeeren, etwas Tabak, auch Bitterschokolade mit zart rauchiger Note. Im Mund seidig und elegant, reife Schwarzkirschfrucht mit frischer Säure. Gute Textur am Gaumen, bleibt gut haften, feine Eleganz entsteht wieder im Nachhall. Château de Sales überzeugt im Pomerol mit bestem Preis-Genuss-Verhältnis.
Falstaff 94/100
"Tasting vom 22.02.2023: Peter Moser
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Frische rote Waldbeeren, Nuancen von Herzkirschen, Mandarinenzesten und Lakritze sind unterlegt. Saftig süß und seidig, feine Beerenfrucht, reife, seidige Tannine, mineralisch und mit guter Länge ausgestattet, ein eleganter Speisenbegleiter mit sicherem Entwicklungspotenzial."
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